28.06.11

carp diem



via: www.conjuminando.com.br

In Nordamerikas Seen gefährden gefräßiger Karpfen asiatischer Herkunft die heimische Fischwelt und damit das Milliardengeschäft der Berufsfischer und Sportangler. Umweltschützer verlangen sogar, die Verbindung zwischen den Seen und dem Mississippi komplett dichtzumachen – was dem Frachtverkehr einen schweren Schlag versetzen würde. Es droht ein Riesenstreit zwischen Wirtschaft, Fischerei und Umweltschutz.
Asiatische Arten wie Silber- oder Marmorkarpfen werden gerne importiert, um übermäßigen Algenwuchs in Zuchtanlagen zu vertilgen. Bei Überschwemmungen in den 90er Jahren waren sie in Scharen aus Aquakulturen im Süden entkommen und arbeiten sich seither nordwärts voran.
Die bis zu 1,20 Meter langen und 45 Kilogramm schweren Fische können täglich bis zu 40 Prozent ihres Körpergewichts an Plankton vertilgen. Sie fressen den kleineren und weniger aggressiven einheimischen Fischarten die Nahrung weg und gefährden damit die Fischerei an den Großen Seen, immerhin ein Sieben-Milliarden-Dollar-Geschäft.
Der Mississippi und die Großen Seen sind durch 400 Kilometer Wasserwege verbunden, ein Netz aus Flüssen und Kanälen, die vor über 100 Jahren angelegt wurden. Es erstreckt sich von Chicago an der Südspitze des Lake Michigan bis zu einer Stelle des Mississippi nördlich von St. Louis. Zwischen den Karpfen und dem Lake Michigan als Tor zu den vier anderen Seen steht bislang nur eine elektrische Unterwasserschranke in einem Kanal, die sie mit leichten Stromschlägen am Fortkommen hindern soll. Doch nun gibt es Hinweise darauf, dass die Fische die Hürde überwunden haben: Zwischen der Sperre und einer der Schleusen zum See wurden zwar keine leibhaftigen Karpfen, aber Spuren ihrer DNA entdeckt.
Umweltschützer dringen sogar auf eine dauerhafte Trennung der Seen vom Mississippi, um eine Karpfeninvasion abzuwenden. Vorgeschlagen wurden verschiedene Möglichkeiten, vom Bau zusätzlicher Schleusen bis zum Bau von Betonwänden.
www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article5415573/Karpfenalarm-an-den-Grossen-Seen-Nordamerikas.html

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