23.11.11

Copying Is Not Theft

ikke werd pirat!

ein fotograf fotografiert einen nudelauflauf. im rahmen der dokumentation einer segelreise mit einer jugendgruppe veröffentliche ich das bild auf meiner seite, erhalte eine abmahnung und soll 120,- euro zahlen. schon bald ist offensichtlich, dass der fotograf die bilder auf der rezeptseite seiner frau nur veröffentlicht, um copyright-verletzungen zu provozieren und kohle zu machen.

ein fotograf fotografiert mein boot auf einer regatta. ohne dass ich mein einverständnis gegeben habe, veröffentlicht er die bilder. auch ich veröffentliche sie unter angabe des fotografen auf meiner seite. eines samstagnachts bekomme ich eine drohende e mail – offensichtlich unter alkoholeinfluss – die bilder zu entfernen.

eine fotografin fotografiert boote während einer regatta. ich bitte sie, mir für die präsentation auf der siegerehrung die bilder zur verfügung zu stellen. sie schickt mir die bilder unter der bedingung, dass ich mit einem flyer für sie werbung mache, auf den ich bis heute warte.

ein fotograf fotografiert mein boot auf einer regatta. ohne dass ich mein einverständnis gegeben habe, veröffentlicht er die bilder. da ich an abzügen kein interesse habe, frage ich nach dem preis digitaler rohware.  Antwort: die überlasse ich nur agenturen.

ein fotograf fotografiert eine regattayacht. ich veröffentliche das foto, das ohne copyright-angabe im netz kursiert, auf meinem nicht-gewerblichen blog. Die agentur des fotografen schickt mir eine abmahnung und kassiert 192,60 euro.


ikke hab die schnauze voll und werde pirat!


Piratenmeinung zum Urheberrecht

[…] In einer Welt, in der Bild, Ton, Text und Video völlig frei fließen und in der jeder Konsument auch Produzent ist, lässt sich nicht mehr unterscheiden zwischen Kommunikation und Kultur. Kommunikation und Kultur werden eins, denn Kultur wird kommuniziert und Kommunikation wird kultiviert. Das führt den juristischen Begriff vom künstlerischen Werk mit Schöpfungshöhe ad absurdum. […]

Das jetzige Urheberrecht
· wurde für die digitale Welt nie gemacht
· ist nicht durchsetzbar und führt daher zu einem Bruch zwischen Recht und Rechtswirklichkeit bzw. Rechtsempfinden
· hemmt die Verbreitung und Nutzung von Wissen und Kultur und mindert so den Wohlstand
· beeinträchtigt bzw. kriminalisiert heute die digitale Kommunikation und das Zitierrecht (z. B. Sampling/Cover)
· kann zur Zensur missbraucht werden bzw. diese begünstigen: […]

Wir stehen an der Schwelle zum Informationszeitalter und viele Menschen haben offensichtlich noch nicht begriffen, was das bedeutet: Information ist entweder ein Geheimnis oder ein freies Gut, das sich nicht zu wirtschaftlichen Zwecken verknappen lässt. […]
Der Verkauf von nicht geheimen Informationen im Informationszeitalter ist kein funktionierendes Geschäftsmodell. Es ist nicht Aufgabe des Staates, durch völlig unverhältnismäßige Gesetze und Kriminalisierung veraltete Geschäftsmodelle künstlich aufrecht zu erhalten und den Strukturwandel zu behindern. […]
Das Kopieren von bzw. der Zugriff auf Informationen ist nicht mit Diebstahl gleichzusetzen. Stehlen lässt sich nur ein Gut mit natürlicher Knappheit, das dem Bestohlenen dann fehlt. Information/Kultur ist aber nicht knapp und kann daher nicht gestohlen werden. Dem Autor entsteht durch den Zugriff auf sein Werk kein Schaden, da der Autor lediglich fixe Kosten (oder lediglich Zeit) investiert hat, und durch die Kopie keine Kosten entstehen. Die Unterstellung, dass der Konsument die Kopie stattdessen gekauft hätte, ist nicht haltbar, denn der Wert eines Kulturgutes für einen Einzelnen ist subjektiv und nicht messbar. […]
Es werden derzeit verschiedene Lösungsansätze, die eine möglichst gerechte Verteilung von Geldern erlauben sollen, diskutiert. Hierbei sind vor allem die Kulturflatrate, das Spendenportal, das Release-Modell und die Creative-Commons-Lizenz zu nennen. […]
Der Künstler hat ein moralisches Recht auf Vergütung und der Nutznießer eine moralische Pflicht zur Vergütung. Ziel ist es, den jetzigen, auf künstlicher Verknappung und Drosselung des Zugangs basierenden Urheberschutz durch ein reformiertes Urheberrecht und einen gesellschaftlichen Vertrag zu ersetzen. Wir müssen Menschen dazu bringen, für Inhalte zu bezahlen, obwohl diese frei zugänglich sind, denn eine Verknappung ist nicht mehr möglich. […]

http://wiki.piratenpartei.de/Argumentation#Argumente_gegen_das_jetzige_Urheberrecht

MOB



via:  www.sailinganarchy.com