28.12.11

Segeln 2011

                                                © C.Schultz

Beim Volvo-Ocean-Race fallen auf der ersten Etappe drei von sechs Schiffen aus, zwei davon kurz nach dem Start. Gefühlter Gewinner der Etappe, was den Medienhype angeht, ist Puma, denn spannender als die eigentliche Regatta war die Frage, ob das Boot rechtzeitig per Frachter nach Kapstadt gebracht werden könnte.
Die weitere Routenführung entspricht einem Abklappern der Sponsorenhäfen und die zweite Etappe war von vornherein absurd, da der Zwischenetappenhafen, von dem aus die Boote wegen der Piratengefahr per Frachter weiterbefördert werden, geheim gehalten wurde.
Kurz vorm Zieleinlauf dann mal wieder ein mittlerweile obligatorischer Protest der beiden Führenden gegeneinander, der wenig später zurückgezogen wurde. Business as usual.
Beim Sydney-Hobart-Race hält die Freude darüber, dass endlich einmal nicht „Wild Oats“ gewonnen hat, nur kurz an. Die Wettfahrtleitung protestiert gegen die Siegeryacht „Investec Loyal“, weil die Crew bei  einer ABC-Hubschrauberbesatzung Informationen über die Segelführung der Konkurrentin eingeholt habe. Die Illusion, dass das Unvorhergesehene passieren kann, hält nur kurz. Oder wird die Medienaufmerksamkeit hoch gehalten, bis ein paar mehr Schiffe im Ziel sind?
Der Audi-Med-Cup wurde in die Tonne getreten. Wirtschaftskrise, zu wenige Teams. Schade, denn hier hatte ich zumindest das Gefühl, dass nachvollziehbar um den Sieg gekämpft wurde, aber wenn es sich für den Sponsor nicht mehr rechnet, wird abgerechnet.
Ansonsten: Katamarane oder Trimarane, die um die Welt rasen. Bilder von abgeklärten Skippern in Kommandozentralen; für den thrill auch mal ein Schwenk auf nahe Eisberge. Bei den Extreme Sailing Series wildes Rodeo, Videozusammenschnitte, die nur crashs und Überschläge zeigen.
Beim Americas Cup Regeln, die kaum einer versteht, totale Medienüberwachung und ein Team, das gewinnt, wenn es will. Es hat ja auch die Regeln bestimmt.
Im Vorfeld von Olympia die fiesen Bilder der deutschen 470iger Frauen aus Perth. Kadelbach blockt Lutz neben der Bahn, um ihr Ticket zu sichern. Regelgerecht, aber m.E. grob unsportlich. Ego vor Leistung. Leistungsdruck, der Leistung zerstört.
Auf den Bahnen rockende 470iger Trapezartisten und pumpende Finnsegler. Ich finde es nicht schön anzusehen und halte es für fragwürdig, die Athletik den Medien anzudienen, um im Geschäft zu bleiben.
Auf der gleichen Veranstaltung der Ausraster von Ben Ainslie, der sich einen MoBo-Fahrer vorknöpft, der mit seinem Medienmann an Bord dem Superstar zu nahe gekommen war. Unglaublich, wie der Mann sein Finn fahren lässt und Druck ablässt. Ich fühle mich zum ersten Mal seit langer Zeit berührt von dem, was auf den Bahnen und daneben abläuft. Endlich bricht einer aus. Endlich zerbricht der perfekte Rahmen. Endlich Emotion! Resultierend aus dem Spannungsverhältnis zwischen Sport und Medien.
“Unfortunately it’s part and parcel of the sport trying to develop its area within TV and in a number of instances this week that line has been crossed and that’s something which everyone has to accept is a development.” www.benainslie.com
Ach ja, großer Segelwettkampf und wunderbare Berichterstattung können auch einhergehen, wie das Laser Duell zwischen Grotelüschen und Buhl auf der Kieler Woche gezeigt hat. http://segelreporter.com


Auf eine schöne Saison 2012! Auf schöne Wettkämpfe vor Travemünde, Fehmarn, Wismar oder wo auch immer Amateure mit geringem Budget und großem Herz die kleinen Katastrophen und vielen Glücksmomente erleben und – wenn die dicke Lady gesungen hat – mit dem Lieblingsgegner zwei oder drei Bierchen trinken.

18.12.11

wo segeln die denn hin?



via: http://www.rostocksailing.de/

Die Kurswahl "einiger" der 120000 Teinehmer im virtuellen VOR wirft Fragen auf...

Schmutzige Qualifikation



Mit einem sehr guten 9. Platz im zehnten WM-Rennen vor Fremantle haben es unsere beiden 'Mädels' Tina Lutz und Susann Beucke heute (17:03 Ortszeit) mit 167 Punkten bei der WM der olympischen Klassen in Perth (Australien) gerade noch geschafft, auf den 20. Gesamtrang zu segeln. Damit bekam das bayerisch-norddeutsche Duo doch noch einen Weltcup-Punkt für sein Konto. Ihre norddeutsche Konkurrenz, Kadelbach/Belcher (VSaW/NRV), deren umstrittene und viel diskutierte 'Match Race-Taktik' ein besseres Ergebnis leider mehrfach verhindert hatte, landete übrigens auf Platz 29 - damit nur Gesamt-28. Aber: Sie sollen - neuesten Meldungen zufolge - trotzdem bei Olympia 2012 antreten, weil sie trotz allem einen Qualifikationspunkt mehr haben. Obwohl ihre Ergebnisse in Perth bis zuletzt insgesamt nur Mittelmaß geblieben waren.
Bereits um 12 Uhr (deutscher Zeit) am Samstag sah es vorläufig so aus, als hätte der 20. Gesamtrang von 'Tina und Sanni' den Nationenplatz für Deutschland gerettet. Was allerdings schon bald berichtet wurde, ist, dass nicht sie selbst zur Olympia 2012 fahren würden, da ihnen ein Punkt zum Gleichstand fehlt.
Michael Marcour, Wettsegel-Obmann beim Bayerischen Segler-Verband: "Mit seinem Verhalten hat das zweite deutsche Team eine Grauzone verlassen. Als es nach vier Rennen merkte, dass ihre eigene Leistung diesmal nicht ausreichte, setzten sie ganz offensichtlich alles daran, das Team Lutz/Beucke bei ihren Manövern zu behindern, wo es nur ging. Das mag zwar im Rahmen der Regeln geblieben sein, ist jedoch in diesem Maße nur unfair und absolut nicht zielführend."

06.12.11

MedCup 2012 suspended

AUDI AG is restructuring its commitment in international sailing. Effective immediately, Audi is placing the main focus on supporting national activities and large-scale sailing events, while giving up the role of name-giver and sponsor of the MedCup regatta series. Author: James Boyd

World Sailing Management, organisers of the MedCup sailing circuit, the official international competition of the TP52 and Soto 40 classes, regrets to announce to all those involved and interested in this prestigious circuit, that it has decided to suspend the 2012 season. Author: James Boyd

Verdammt!

Tiden-Tücke



Zugegeben: Ab 0:30 ist nur noch das hämische Lachen der Filmenden halbwegs unterhaltsam...

via:
http://www.motorboatsmonthly.co.uk/news/530281/video-of-warning-tides-don-t-wait-for-anyone
thx Lutz

04.12.11

Wer wird hier verladen?



Glückwunsch an Puma und die anderen Verladenen.
Mehr Medienaufmerksamkeit geht nicht.
Außerdem eine gute Übung für das spätere Verladen,
wenn den Piraten ausgewichen wird.
Oder wird doch nur der Zuschauer verladen?

thx Lutz